Viele Unternehmen in Deutschland sind Familienbetriebe und wurden von Generation zu Generation weitervererbt und -entwickelt. Doch eine neue Generation bedeutet auch immer neue Impulse für das Unternehmen. Gerade jetzt, wo die Digitalisierung der Arbeitswelt rasant voranschreitet, findet eine Zäsur in diesem Prozess statt. Wie läuft die Digitalisierung von Familienunternehmen ab? 

Wenn eine neue Generation auf den Arbeitsmarkt drängt, sorgt dies oft für Auseinandersetzungen. Alte Denkmuster und Arbeitsweisen sollen durch neuere und effizientere ersetzt werden. Dies ist gerade besonders spannend zu beobachten, da die Digital Natives und die ersten Vertreter der sogenannten Generation Z auf den Arbeitsmarkt strömen. Mit ihnen kommt das Bestreben, alte Strukturen und Prozesse aufzubrechen und zu erneuern. Nicht minder sorgt dies jedoch häufig für nicht unwesentliches Konfliktpotential. 

Digitalisierung Familienunternehmen: Berufliche und private Komponenten 

Dieses beschriebene Konfliktpotential ist besonders deutlich in Familienbetrieben zu spüren. Denn neben monetären und wirtschaftlichen Aspekten, spielt hier auch immer die persönliche Komponente innerhalb der Führungsriege eine große Rolle. Beide Aspekte müssen nach bestem Gewissen miteinander vereint werden, denn sonst wirkt sich dies negativ auf das Betriebsklima aus. 

Herausforderung  Generationenwechsel 

Die Konflikte basieren darauf, dass Digital Natives ihren Eltern in puncto Digitalisierung häufig überlegen sind und anders mit moderner Technologie umgehen als ältere Generationen. Die Nutzung von digitalen Medienim privaten und beruflichem Bereich, ist selbstverständlich und wird nicht hinterfragt. Die älteren Jahrgänge wiederum berufen sich auf ihre bisherige Lebens- und Arbeitserfahrung und Erfolge und scheuen vielleicht deshalb dem Input der jüngeren Generationen. So wird das Bestreben der Nachfolger, durch innovative Lösungen wie Software aus der Cloud, die Produktivität des Unternehmens zu erhöhen, nicht selten auf Grund der sogenannten „German Angst“ zu einer Auseinandersetzung in der Führungsebene. Aus psychologischer Sicht lässt sich auch hier gut der Prozess des „Loslassen“ beobachten, dem alle Eltern irgendwann einmal gegenüberstehen 

Studie belegt Konfliktsituation 

Dass solche Konflikte, wie unser Beispiel aufzeigt, real sind, belegt auch eine Studie des Unternehmens pwc. Dazu wurden mehr als 300 Familienbetriebe zum Thema Digitalisierung befragt — mit überraschenden Ergebnissen. Demnach sind mehr als 40% der jüngeren Nachfolger über die derzeitige Situation frustriert, da ihre Ideen nicht wahrgenommen werden. Weitere Konfliktpunkte sind generelle Entscheidungen um die Digitalisierung (laut 55% der Befragten), Investitionen in die Digitalisierung (ebenfalls 55%) aber auch die Entwicklung von neuen digitalen Geschäftsmodellen (52%). 

Loslassen heißt auch Verantwortung abgeben 

Die großen Fragen, die hier im Raum stehen: Kann die ältere Generation „loslassen“ und damit auch Verantwortung an die jüngere Generation abtreten? Wird die jüngere Generation auch traditionellen Erwartungen gerecht?  Es geht nicht darum, vollständig ersetzt zu werden, sondern vielmehr den Impuls des „Anderen“ wahrzunehmen. 

Voneinander profitieren 

Im Zuge der Digitalisierung sollten gerade Familienbetriebe darauf achten, Hand in Hand zu arbeiten und gegenseitig voneinander zu lernen. Die Jüngeren können den Reiferen Kenntnisse im Bereich Technik vermitteln, während sie gleichzeitig von deren Lebens- und Berufserfahrung profitieren. So entsteht eine Symbiose aus vergangener und moderner Arbeitskultur, die allen gerecht wird und die zu einem langfristigen Erfolg führt. 

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Bildquellen

  • Headerbild Digitalisierung Familienunternehmen: shutterstock/Minerva Studio