Immer mehr Unternehmen verlagern ihre Geschäftsprozesse in die Cloud und nehmen die Expertise externer Anbieter — wie etwa Rechenzentren — in Anspruch. Trotzdem gibt es noch viele Klein- und Mittelständler, die Bedenken bezüglich der Sicherheit haben. Da es sich um ein Hochsicherheitsgebäude handelt, wird ein tieferer Einblick in ein Rechenzentrum normalerweise nicht gewährt bzw.nur autorisiertem Personal gestattet. Wir haben mit Equinix einem der größten Betreiber in Deutschland gesprochen und konnten für unsere Mitglieder und Leser eine Sonderführung vereinbaren. Doch zuerst tauchen wir mit euch ein wenig in die Welt der Rechenzentren ein.

Warum sollten KMU auf die Services und Expertise von Rechenzentren zurückgreifen?

Um die digitale Transformation im eigenen Unternehmen voranzutreiben und um wettbewerbsfähig zu bleiben, stehen derzeit viele Unternehmen vor der Herausforderung, ihre eigenen IT-Infrastrukturen aus- bzw. umzubauen. Dabei spielen natürlich Faktoren wie Flexibilität, Agilität und Skalierbarkeit eine enorm große Rolle. Sie ermöglichen es dem jeweiligen Unternehmen, auf wachsende Anforderungen in Bezug auf Geschwindigkeit und Datenmengen gerecht werden.Häufig können unternehmenseigene Infrastrukturen diese Kriterien nicht erfüllen. Unternehmen greifen daher zunehmend auf Rechenzentren externer Anbieter zurück. In diesen Rechenzentren erhalten sie nicht nur die notwendige IT-Infrastruktur, inklusive Stromversorgung, Klimatisierung und Sicherheit, sondern auch Zugang zu digitalen Ökosystemen. Digitale Ökosysteme gewährleisten dabei sichere, direkte und private Verbindungen – sogenannte Interconnections – zu Partnern, Kunden, Anbietern oder Mitarbeitern.

Interconnection entscheidend

Diese privaten Verbindungen haben gleich mehrere Vorteile bspw. gegenüber dem Datenaustausch über das Internet. Ein zentraler Vorteil ist die Minimierung von Latenzzeiten – also der Verzögerungszeit bei der Übermittlung von Daten. Laut einer aktuellen Studie von Equinix gaben 64% der befragten deutschen IT-Experten an, dass Interconnection entscheidend sei, um die Verlangsamung des Datenaustauschs über das öffentliche Internet, die durch zu große Auslastung entsteht, zu vermeiden. Ein weiterer Vorteil ist die direkte Anbindung an Geschäftspartner. In Rechenzentren kommen eine Vielzahl an Akteuren auf einer Art digitaler Plattform zusammen. Dazu zählen Netzbetreiber, Cloud-Anbieter, andere Unternehmen oder Unternehmens-Kunden. Diese hohe Dichte bedeutet: kurze Wege und quasi physische Nähe. Dies ermöglicht eine schnelle, sichere und effiziente Datenübertragung.

Kostenvorteile für Unternehmen

Durch die Zusammenarbeit mit Rechenzentren ergeben sich für Unternehmen außerdem echte Kostenvorteile. So können gerade Mittelständler den kostspieligen und komplexen Bau eigener Rechenzentren vermeiden, indem sie auf externe Anbieter zurückgreifen. Durch die Auslagerung des IT-Betriebs sinkt zudem der Bedarf an qualifiziertem IT-Personal. Dieses ist nicht nur schwer zu finden, sondern muss darüber hinaus ständig weitergebildet werden, um mit dem kurzen Innovationszyklus in der Digitalisierung Schritt halten zu können. Gleiches gilt für die kontinuierliche Weiterentwicklung des technischen Stands der eigenen IT-Infrastrukturen.

Wie steht es um die Verfügbarkeit und Ausfälle?

Für Unternehmen, die sich in der digitalen Welt behaupten wollen, spielt die ständige Verfügbarkeit von Daten und Anwendungen eine überaus wichtige Rolle. Über sogenannte Tier-Klassen lässt sich die Verfügbarkeit eines Anbieters leicht nachvollziehen. Die höchste Klasse, Tier 4, wird vor allem von international agierenden Firmen benötigt, die ihre Dienstleistungen rund um die Uhr und an 365 Tagen im Jahr zuverlässig erbringen müssen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Und doch: So gut wie kein Unternehmen kann sich heutzutage noch einen Ausfall der IT-Systeme oder gar den Verlust unternehmensrelevanter Daten erlauben. Fallen Systeme aus, z.B. durch technische Probleme, geschieht dies zu Lasten des Umsatzes und kann dazu führen, dass sich Kunden abwenden. Unternehmen müssen daher unbedingt Vorkehrungen treffen, um Ausfälle zuvermeiden, und durch Back-ups oder Spiegelungen in separaten Rechenzentren sicherstellen, dass ein Ausfall an einer Stelle keine Auswirkung auf das Gesamtsystem hat. Equinix Rechenzentren entsprechend dem höchsten Standard im Tier-Klassen-System und erreichen eine branchenweit führende Sicherheit von über 99,9999%.

Equinix Rechenzentrum

In Equinix Rechenzentren sind die Daten zu 99,9999% sicher. | Bildquelle: Equinix

Rechenzentrum: Cloud und Skalierbarkeit

Bei der Integration der Cloud in das eigene Modell ist es nicht nur wichtig, mit wem, wie schnell und wie zuverlässig Unternehmen sich im Markt verbinden, sondern auch, wie flexibel diese Interaktion gestaltet werden kann. Besteht ein großer Bedarf an Speicherplatz, Rechenleistung oder Verbindungen, lassen sich zum Beispiel über die Cloud neue Kapazitäten, unabhängig vom eigenen Standort, hinzufügen und erweitern. Gerade im E-Commerce oder zu bestimmten Boom-Zeiten eines Geschäfts ist diese Skalierbarkeit und Flexibilität unerlässlich.

Das Rechenzentrum als Schaltzentrale

Cloud-Services funktionieren dabei in der Praxis bei Equinix etwa so: Über unser eigens entwickelten Service „Cloud Exchange Fabric“ werden Workloads der Kunden über eine zentrale Verbindung in unseren Rechenzentren – quasi über eine „Schaltzentrale“ – an verschiedenste Cloud-Dienste angebunden. Unternehmen, die eigene IT-Infrastrukturen im Rechenzentrum anlegen, erhalten Zugang zu Infrastruktur-Cloud-Anbietern. Bei Equinix wären das beispielsweise Amazon Web Services (AWS), Google Cloud Platform, Microsoft Azure sowie SaaS-Anbieter wie Oracle oder Salesforce und viele weitere Cloud-Anbieter.

Neue Flexibilität

Skalierbarkeit heißt auch: Cloud-Ressourcen können organisch wachsen und passen sich ständig den individuellen Unternehmensbedürfnissen an. Steigen oder sinken die Anforderungen und bspw. der Workload, so steigen oder sinken auch die IT-Kosten. Ihr seid somit flexibel und optimiert, im Gegensatz zu statischen unternehmenseigenen IT-Infrastrukturen.

Equinix Rechenzentrum

Mit dem Gang in ein Rechenzentrum profitiert ihr von neuer Flexibilität. | Quelle: Equinix

Und wie sieht es mit Zugriffskontrollen aus?

Grundsätzlich werden in den Rechenzentren von Equinix die gesamte Infrastruktur und Sicherheit zur Verfügung gestellt. Die Kunden bringen jedoch ihre eigene Hardware mit und betreiben diese selbst. Je nach Wunsch des Kunden kann dieser in einen Bereich untergebracht werden, den er sich mit anderen Kunden teilt, oder aber einen eigenen Cage oder gar ein eigenes Modul haben. Schon daraus resultieren unterschiedliche Absicherungen, die für den Kunden installiert werden können, um seine Technik zu schützen. Das Spektrum reicht hier von einem normalen Schlüssel, über eine elektronische Zutrittskontrolle bis zu einer Vereinzelungsschleuse mit 2-Wege-Identifkation (in Kombination mit einem Handvenenscan). Die Absicherung seiner Systeme und der dort bearbeiteten Daten obliegt jedoch dem Kunden selbst. Equinix hat keinen Zugriff auf die Daten des Kunden.

Blick ins Rechenzentrum: Teilnahme an Führung durch ein Equinix-Rechenzentrum

Equinix betreibt in Deutschland mehrere Rechenzentren. Sieben davon befinden sich in Frankfurt am Main, zwei in München und eines in Düsseldorf. Gegen Ende 2019 Eröffnet Equinix zudem sein erstes Rechenzentrum in Hamburg und erweitert seine Präsenz in Deutschland damit auf insgesamt vier Märkte. Wir haben es geschafft, euch die Möglichkeit zu bieten, eines dieser Rechenzentren einmal genauer zu betrachten. Wenn ihr dabei sein wollt, abonniert einfach unseren Newsletter bis zum 06.06.2019.Die ersten 10 Interessenten heißen wir zur Besichtigung am 13. Juni 2019 in Frankfurt am Main herzlich willkommen. Für weitere Fragen dazu gerne Kontakt aufnehmen. Die ausführlichen Teilnahmebedingungen findet ihr hier.

Bildquellen

  • Headerbild Rechenzentrum: shutterstock/Gorodenkoff