Nicht nur bei uns im Blog sondern auch vor dem Europäischen Gerichtshof spielt Zeiterfassung derzeit eine große Rolle. Im vergangenen Monat entschied das höchste europäische Gericht, dass EU-Arbeitgeber die Arbeitszeiten der Arbeitnehmer erfassen sollen. Doch was beutetet das Gesetz zur Zeiterfassung was können Unternehmen jetzt tun?

Neue Vorgabe 

Grundlage des Urteils bildet die jüngste Klage einer spanischen Gewerkschaft. Wie die Zeit berichtet, wollten die Arbeitnehmer die Deutsche Bank in Spanien dazu verpflichten, den täglichen Stunden-Soll der Mitarbeiter zu dokumentieren. Nur so könne sichergestellt werden, dass die vorgeschriebenen Arbeitszeiten eingehalten werden. Die Klage war erfolgreich und das Gericht  formulierte eine entsprechende Regulierung für die EU-Staaten. Jeder Staat soll dabei selber entscheiden, inwiefern er diese Bestimmung umsetzen möchte:

„Es obliegt den Mitgliedstaaten, die konkreten Modalitäten zur Umsetzung eines solchen Systems, insbesondere der von ihm anzunehmenden Form, zu bestimmen und dabei gegebenenfalls den Besonderheiten des jeweiligen Tätigkeitsbereichs oder Eigenheiten, sogar der Größe, bestimmter Unternehmen Rechnung zu tragen.“

Deutsche Zeiterfassung bisher rudimentär

Im deutschen Arbeitsgesetz sind bis dato keine konkreten Regelungen zum Thema Zeiterfassung verankert. In Paragraph 16 wird beschrieben, dass lediglich die Überstunden der Arbeitnehmer dokumentarisch festgehalten werden müssen. Eine entsprechende Regelung zur Erfassung von Zeiten wird daher in deutschen Unternehmen meist auf Basis von innerbetrieblichen Maßnahmen oder Tarifbestimmungen geregelt.

Gesetz zur Zeiterfassung: Was können Unternehmen in Deutschland tun?

Welche konkreten Gesetze sich jetzt aus dem EU-Urteil entwickeln, bleibt abzuwarten. Dennoch macht es für deutsche Unternehmen, die sich bis dato noch nicht mit der Thematik beschäftigt haben, Sinn, sich damit auseinanderzusetzen. Viele moderne SaaS-Lösungen bieten effiziente Möglichkeiten, die Arbeitszeiten zu erfassen und so die Produktivität des Unternehmens zu erhöhen.

Darum ist Zeiterfassung wichtig

Zeiterfassung geht weit über das Eintragen von An- und Abwesenheitszeiten hinaus. Vielmehr bildet sie die Grundlage für die Planung von Projekten, angefangen von realistischen Budgets, Preis- und Kostenkalkulationen sowie dem effektiven Einsatz von Mitarbeitern. Die genaue Messung und Auswertung der erbrachten Leistungen und Arbeitszeiten hilft kleinen und mittelständischen Unternehmen, ihren Workflow während eines Projekts entsprechend zu optimieren und noch effektiver zu arbeiten.

Neue Art der Transparenz

Wenn sich die Daten aller Kollegen im selben System befinden, erreichen Unternehmen damit eine völlig neue Form der innerbetrieblichen Transparenz. Warum das so ist? Weil alle Zeit-Daten jederzeit eingesehen werden können. So muss nicht mehr auf die monatlichen Auswertungen gewartet werden und Mitarbeiter müssen keine Stundenzettel abgeben, die aufwändig und manuell kontrolliert werden müssen. 

Verbesserte Performance

Wenn das Unternehmen Sekunden genau weiß, welche Aktivitäten wie viel Zeit benötigen, können Projekte zum einen effizienter geplant und zum anderen Ressourcen optimaler eingesetzt werden. Auch Kunden können sich mithilfe der aktuellen Zahlen von der unternehmenseigenen Effizienz und vom Zeitmanagement überzeugen. Und das wirkt sich am Ende wieder positiv auf den Umsatz aus.

Gesetz zur Zeiterfassung bietet neue Möglichkeiten

Das Gesetz zur Zeiterfassung bietet Unternehmen also nicht nur Transparenz im Projekt Controlling, sondern auch die Möglichkeit für mehr Effizienz am Arbeitsplatz zu sorgen. 

Bildquellen

  • Headerbild Gesetz zur Zeiterfassung: shutterstock/GaudiLab